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Zwanzig Zwanzig kurzgefasst

von Fatima Njoya
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Wozu einen Jahresrückblick, wenn sich die letzten 12 Monate anfühlen, wie ein nicht enden wollender Traum – keiner von der Guten Sorte. Trotz Pannen, Pleiten und Pandemie ist uns das Lachen zum Glück nicht vergangen und bald wird es wieder Zeit für: 2021 WiRd MeIn JaHr! Klar, genauso wie die vielen anderen Jahre davor, aber wieso Illusionen rauben. Besonders 2020 haben wir ja gelernt: Es sind die kleinen Freuden und Guilty Pleasures, die uns durch den Tag, die Woche, Videokonferenzen und das Jahr gebracht haben. Cheers to that und auf weiterhin störungsfreies DSL. Trotzdem. Man soll ja nicht mit Traditionen brechen. Also gibt es hier einen kleinen Rückblick in drei Akten. Kurz, knackig und kollektiv. 

 

Corona Crimes

Husten, wir haben ein Problem!  

That’s the sound of the police.

Nur weil die Wirtschaft still steht, hat die Fashion Police noch lange keinen Urlaub. Sie schlägt Alarm, wenn die Modesünder in Jogginghosen und Adiletten um die Nudelregale schleichen. Die Gesellschaft verroht und jemand dreht sich im Grab um, denn hier scheinen alle die Kontrolle über ihr Leben verloren zu haben. Du musst erst mal draußen bleiben, haben sie gesagt und den Dresscode an der Tür abgegeben. Aber bitte mit 1,5 Meter Sicherheitsabstand.

Hat da grade jemand genießt, in der Heuschnupfenzeit? Husten, wir haben ein Problem!  That’s the sound of the police. Entwarnung. Doch nur ein Faux pas. Da ist wohl wem das Lachen im Hals stecken geblieben, als er Annette mit der Balaclava aus der Backwarenabteilung begegnet ist. Das ist nun wirklich ein alter Hut. Fast Fashion sowieso. Wir shoppen Local an der Pick-up- Station, da kann man wirklich was verändern und nebenbei die Welt retten. In Kaschmir-Montur. Ach und dieser selbstgehäkelte Mundschutz aus Biobaumwolle. Zero Waste und Fairtrade, von analphabetischen Alpakas aus Nordfriesland mit Laktoseintoleranz: Todschick und sicher – drei für eins.         

 

STADT LAND NOTSTAND

Hier auf der Neunzigermatratze,

im Kinderzimmer mit Popstarpostern,

ist die Zeit stehen geblieben.

Irgendwo in Bayer: was laut Heute-Show schon Aus- und kein Deutschland mehr ist. Dank Weltuntergang Szenarien hat Söder endlich einen Grund die Grenzen dicht zu machen. Es ist kompliziert oder ganz einfach, wenn alles den Bach runter geht. Der Beste Zeitpunkt, um der Familie einen Besuch abzustatten. Überraschung. Broke, ohne Job, eine zusätzliche Wohnung in München und Single, denn ER hat jemanden kennengelernt, beim Social Distancing. Bilanz Unterirdisch und wer soll das überhaupt bezahlen? Ja mei wird schon, life is life.

Es schreit Landflucht und idyllische Weihnachten im Frühling. Auf einmal sitzen nicht nur alle im selben Boot, sondern auch unter einem Dach, fest. Hier auf der Neunzigermatratze, im Kinderzimmer mit Popstarpostern, ist die Zeit stehen geblieben. Treffsicher hängt der Haussegen in Schieflage. Der Lack ist ab und der Großstadt Glamour irgendwo zwischen Hamburg und Zehnseelendorf auf der Strecke geblieben. Dafür endlich regelmäßige Mahlzeiten und Helikoptereltern. Doch davon lässt man sich im Süden nicht unterkriegen: Schau ma moi, dann seng mas scho und damit ein weiteres Kreuz im Covid-Calender – I’m a survivor!

 

#workworkwarteschleife

Die Hustle Culture hat den Freifahrtschein

für den Pandemielockdown

zur Auktion freigegeben.

Über Zoom.

Packs in die Queue ist nach Klo und im Kühlschrank der #mostfrequentused Satz ever, auf Hausparties. Please don’t stop the music, wenn ein Banger nach dem anderen in die Wartschleife geballert wird. Jetzt wo das Leben auf unbestimmte Zeit aufgeschoben wurde ist Life keine Party mehr, sondern eine Pleite. Doch im Kapitalismus kann man sich alles kaufen. Die Währung ist schneller, besser und weiter sein, als der Rest. Die Hustle Culture hat den Freifahrtschein für den Pandemielockdown zur Auktion freigegeben. Über Zoom. Für Datensicherheit à la DsGvo. Wie es die Deutschen lieben – ganz bargeld- und kontaktlos.

Auch für Aktienmärkte gibt es Problemlösungen aus dem Home-Office: um den Dax zu frisieren werden einfach alle freischaffenden Kreativen eingekauft. Kartell König kann jeder sein, der weiß, wie man gut Photoshopt. Selbst Rhianna hat bei der Gema eine Umbenennung ihres Songs beantragt. #worstworstworst und das führt uns zu dem aktuellen case szenario. Gerade jetzt wird nämlich wieder auffällig, dass die Vorstellung von einer gemeinsamen Strategie der Witz ist, über den hier keiner Lachen kann. Klar, dass das jetzt keiner hören möchte.

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