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Heidi, die Mädchen und ich – Folge Zwei

von Miriam Woelke
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Zuerst muss ich mich für meinen Beitrag zur ersten Folge von Germany’s Next Topmodel entschuldigen. Wie ich gestern von Fatima und dem stillen dritten Mitglied von OhBama!, Greta, erfahren durfte, steht die Show schon seit Jahren für Vielfältigkeit. Schließlich hießen die Teams von Micheal Michalsky, als er noch fester Bestandteil der Jury war, fast immer Team Diversity! Außerdem waren wohl auch schon in den letzten Jahren zwei Transgender Kandidatinnen vertreten. Daher war meine Empörung über die Kommerzialisierung des Wortes Diversity natürlich schon ein alter Hut und nicht mehr brandaktuell. Sarkasmus off.

Nun zum eigentlichen Thema: Trotz meiner immer noch großen Abneigung gegen die Maschinerie GNTM, habe ich mich dazu durchgerungen auch die zweite Folge zu schauen und für OMB meinen persönlichen Rückblick zu schreiben. Allerdings muss ich ehrlich gestehen, dass zwischen der ersten und zweiten Episode eine Stresszigarette fällig war, sonst hätte ich es nicht gepackt. Freut euch jetzt auf Schneesturm, Tränen, Streit, Geschrei, Tränen, Berghütten, Luxushotels und noch mehr Tränen!

Von Ski-Häschen und Flossing

 Die Mädchen sind in Österreich angekommen und werden von einer jodelnden und singenden Heidi begrüßt. Nachdem Jasmin („Joy“) tollpatschig alles durch die Gegend geworfen und Heidi einen kleinen Kaktus als Geschenk überreicht hat, geht es dann ans Eingemachte. Es ist soweit, die angehenden Models sollen sich von nichts ablenken lassen und sich vollkommen auf das hier und jetzt konzentrieren können. Also sammelt Heidi die Handys ein. Natürlich darf vorher noch ein letzter Anruf getätigt oder eine Nachricht an die Liebsten verschickt werden. Alle weinen am Telefon außer Enisa. Sie weint, weil ihr Akku leer ist und sie ihren YouTube Boyfriend Simon nicht anrufen kann. Ganz schön viele Tränen für die ersten zehn Minuten.

Als sich dann alle wieder beruhigt haben, geht es mit der ersten Challenge los. Team Tatjana gegen Team Sayana. Die Mädels sollen sich in sexy Ski-Hasen verwandeln und dann vor Heidis Kamera gegeneinander antreten. Das Gewinnerteam verbringt die Zeit in Österreich in einem Luxushotel, die Verlierer müssen in eine Berghütte ziehen. Los geht’s und die Mädchen stürzen sich auf die Klamotten. Außer Jasmin. Sie weiß nicht so wirklich, was eigentlich los ist. Aus irgendeinem Grund steht Heidi draußen und flosst. Cringe Level 100. Aber jetzt ab in die Kälte und vor die Linse. Ein Highlight: Die Mädchen geben Jasmin den einfachen Tipp: Bleib locker und geh ab. Nachdem alle 30 Mädchen abgelichtet wurden, steht Team Tatjana als Sieger fest. Große Freude bei den Gewinnerinnen und schlechte Laune bei Team Sayana, denen es vor der rustikalen Berghütte graut.

Schneegestöber und Opa Wolfgang

 In den jeweiligen Domizilen angekommen freuen sich die Luxushotel-Mädchen mit viel Geschrei, während die Berghütten-Girls aussehen, als hätte man sie in die letzte Bruchbude abgeschoben. Anastasia fasst ihren Schock sehr schön in den Worten „Ich dachte wir wohnen in einer Modelvilla und bekommen Geschenke“ zusammen. Sie wird immer unsympathischer. Nachdem sich nun beide Teams wieder beruhigt haben, geht es mit der eigentlichen Aufgabe für diese Woche los. Ein Fotoshooting auf einem Gipfel bei Eis und Schnee. Für Team Tatjana ruft der Berg zuerst. Also alle man rein in die Gondel und ab auf die Spitze. Dort warten überraschender Weise ziemlich tolle Outfits auf die Mädchen, in denen sie jeweils in Dreiergruppen posieren sollen. Während sich die Models ihre kleinen Hintern abfrieren, steht Heidi eingekuschelt in ihre Monclerjacke (sie trägt in dieser Folge gefühlt die gesamte Kollektion) und schreit den Mädchen entweder „Megaaaa“ oder „Langweilig“ zu.

Während also Team Tatjana gegen Schnee und Eis kämpfen muss, dürfen die Mädchen von Team Sayana sich in ihre Bikinis werfen und ein Coaching zum Thema Walk mit Wolfgang Joop genießen. Persönlich muss ich gestehen, dass mir der Designer sehr sympathisch erscheint. Er wirkt um einiges interessierter an den Mädchen als Michael Michalsky in der letzten Folge. Die Mädels dürfen also vor ihm auf und ab laufen und bekommen dann Feedback. Anastasia ist mit den Worten Joops nicht zufrieden und schiebt es auf sein Alter. Jetzt ist für mich klar: Wenn sie nicht rausfliegt, hänge ich mein Vorhaben die ganze Staffel zu schauen an den Nagel. Nachdem beide Teams mit ihren jeweiligen Aufgaben fertig sind, gibt es einen fliegenden Wechsel.

Jetzt ist Team Tatjana im Coaching mit Wolfgang Joop. Hier bekommen sowohl Tatjana selbst, als auch ihre Teamkollegin Simone nur warme Worte von dem Designer. Ich mag die beiden. Auch wenn ich es grauenvoll finde, wie noch einmal auf Simones tragische Vergangenheit eingegangen wird. Ich will damit nicht sagen, dass das, was sie erlebt hat, nicht schwierig war. Denn das war es ganz sicher. Ich mag es nur nicht, dass ihr Storyarc bis jetzt nur darauf basiert. Und das, obwohl sie eine tolle Persönlichkeit zu haben scheint und nicht auf den Kopf gefallen ist. Aber die Show soll uns schließlich entertainen. Während im Tal Umarmungen und Küsschen mit Wolfgang ausgetauscht werden, sind die Gemüter auf dem Berg trotz der Kälte erhitzt. Enisa und Vanessa haben den ersten offiziellen Streit der Staffel. Die YouTuberin Enisa behauptet, dass sie Vanessa eigentlich kaum kenne, diese aber etwas von ihrem Fame abhaben wolle und jetzt so tut, als wären sie seit Ewigkeiten beste Freundinnen. Vanessa dementiert das vehement und die nächsten Tränen fließen.

Entscheidungstag – Jetzt wird es ernst

 Der nächste Tag bricht an. Wieder werden die Mädchen auf den Berggipfel gekarrt, denn dort findet die finale Entscheidung statt. Wer bekommt das Germany’s Next Topmodel Fotobuch (es hat einen cooleren Namen, der mir aber nicht mehr einfallen will) und wer geht schon nach dem ersten Shooting nach Hause? Aber bevor es losgeht und die Mädels in Hand gefalteten Kleidern der Schwester des Rappers Cro über den Laufsteg laufen müssen gibt es noch ein kleines Drama und eine Versöhnung. Für das Drama ist die „Ich mache was ich will“-Kandidatin Jasmin verantwortlich. Sie sieht nicht ein, warum sie sich in den Kleidern der Designerin nicht auf die Couch setzen kann. Auch nach mehrmaligen Erklärungsversuchen der Regie, die Kleider zerknittern und können danach nicht mehr gebügelt werden, zeigt sich Jasmin uneinsichtig und bleibt sitzen. Cut zu Vanessa und Enisa. Die YouTuberin entschuldigt sich bei ihrer Mitstreiterin und schiebt ihre Überreaktion am Vortag auf ihre Erdbeerwoche. Wow. Danach wird einmal geknuddelt und alle sind wieder Best Friends.

Jetzt aber ab auf den Laufsteg! Wie ich noch aus den Staffeln vor zehn Jahren weiß, ist Heidi bei den Kritiken immer eine ziemlich gemeine Stiefmutter. Auch Wolfgang Joop kann bei soviel Stichelei mit seiner sympathischen Art nichts mehr retten. Aussagen wie „Wie läuft die denn?!“ oder „Du warst die schwächste von allen Mädchen“ scheinen in meinen Augen nicht dazu beizutragen, die jungen Kandidatinnen auf das Modelbusiness vorzubereiten. Aber egal. Anastasia fliegt zum Glück raus. Auch wenn sie das absolut nicht nachvollziehen kann und sich jetzt „unfair behandelt“ fühlt. Tatjana und Simone sind weiter und auch meine zwei anderen Favoritinnen (Ich weiß, ich sollte keine haben, aber die Show ist einfach darauf ausgelegt!), Sayana und Melissa bekommen ihr Foto. Irgendjemand bekommt von Wolfgang Joop die Wildcard und darf trotz Heidis Entscheidung noch eine weitere Woche bleiben. Und dann kommt Jasmin an die Reihe. Über ihren Catwalk möchte ich gar nicht reden. Auch bei den beiden Fotochallenges hat sie schlecht abgeschnitten. Gut, denke ich, sie wird bestimmt fliegen. Aber nein! Heidi behält sie mit der Rechtfertigung, sie sehe einen ungeschliffenen Rohdiamanten. Ich bin verwirrt. Aber dann verstehe ich. Anastasia ist raus und jetzt braucht die Show jemanden Neues, der die Böse ist.

Fazit

Zu dieser Folge kann ich eigentlich nicht viel sagen. Ich bin froh, dass sie bei Tatjana nicht wie in der letzten Episode ständig betonen, dass sie eine Transgender Frau ist, sondern sie wie alle anderen Kandidatinnen behandelt wird. Lassen wir uns überraschen, wie sich ihre Geschichte weiterentwickelt. Den ersten Streit gab es diese Woche auch, wenn man das überhaupt so nennen kann. Es kam mir eher so vor, als nähme sich Enisa und ihre Rolle als Influencerin etwas zu wichtig. Aber laut ihren eigenen Worten war diese kleine Auseinandersetzung nur ihrer Periode geschuldet. Zu dieser Aussage fällt mir auch nicht mehr ein als ein Kopfschütteln. Außerdem bin ich sehr gespannt, wie sich Jasmin weiter verhalten wird. Bis jetzt habe ich nicht ganz verstanden, warum sie überhaupt bei GNTM ist. Aber wenn ich ehrlich bin, hat sie das vermutlich auch noch nicht.

In ein paar Tagen folgt mein Recap zur dritten Folge. Bis dahin und vergesst nicht: Nur eine kann Germany’s Next Topmodel werden!

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