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Heidi, die Mädchen und ich – Folge Fünf

von Miriam Woelke
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Donnerstagabend. Nachdem wir in der letzten Woche herausgefunden haben, dass wir beide gleichermaßen dem Germany’s Next Topmodel Wahnsinn verfallen sind, schauen meine Kollegin Lisa und ich die fünfte Folge zusammen an. Sie mit Pombären und ich mit Rotwein. Ich schließe meinen Laptop an den Fernsehbildschirm an und wir beide setzen uns erwartungsvoll auf die Couch. Heute steht schließlich das große Umstyling an!

Schnipp, Schnapp, Haare ab

Aber bevor die Haare fallen, gibt es diesmal direkt ein kleines Drama zu Anfang der Folge. Jasmin, die letzte Woche noch wegen privater Verpflichtungen in Deutschland bleiben musste, kommt gut gelaunt in Los Angeles an. Ganz clever überlegt sie sich, die Mädchen zu erschrecken und schleicht sich in der Modelvilla angekommen leise in Richtung Wohnzimmer. Zu ihrer großen Überraschung bleibt die erhoffte Wirkung jedoch aus und alle Mädchen schauen nur leicht angepisst zu Jasmin herüber, als sie sie entdecken. Natürlich wird nachgehakt, wo sich die Gute in der letzten Woche aufgehalten hat und warum es nicht möglich war, dass sie bereits mit den anderen in die USA fliegt. Aber so wirklich mit der Sprache herausrücken will Jasmin nicht. Auch die Suche nach einem Schlafplatz gestaltet sich schwierig. Da niemand glücklich ist, dass Jasmin nach einer ausgesetzten Runde einfach weitermachen darf, will sie auch niemand im Zimmer haben. Tatjana und Theresia haben zwar noch zwei Betten frei, wollen aber ihren wichtigen Schlaf nicht aufs Spiel setzen und machen daher deutlich klar, dass Jasmin hier nicht einziehen kann. Auch in den anderen Zimmern findet Jasmin niemanden, der sie mit offenen Armen empfangt und macht es sich daher auf dem Sofa im Wohnzimmer gemütlich.

Am nächsten Tag geht es dann endlich zum Umstyling. Die Mädchen kommen skeptisch am Set für den heutigen Tag an und werden von Heidi und drei Promo-Friseuren begrüßt, die sich auch alle brav vorstellen und sagen, mit wem berühmtes sie denn schon alles gearbeitet hätten. Schade ist, dass es eigentlich noch einen vierten Haar-Stylisten gibt, der sich um die Haare der People of Colour kümmert, doch der nicht näher erwähnt wird. Theresia ist als Erste dran. Heidi verlangt aber nach einer Spezialistin. Francine solle herüberkommen und sich um die Haare kümmern. Als diese dann durch den Raum schreitet tuscheln die Mädchen darüber, wie unglaublich hübsch die Praktikantin doch sei. Nach ein bisschen hin und her die große Überraschung: Es ist gar nicht Francine, sondern Stefanie Giesinger mit einer blonden Perücke! Wer hätte das gedacht. Nach viel Geknuddel und Geschrei begeben sich dann auch die anderen Mädchen auf ihre Plätze und es geht nun wirklich mit dem Umstyling los.

Heidi lässt es sich nicht nehmen zwischen ihren Mädchen herumzuschwänzeln und die Pferde Scheu zu machen. Sie wird nicht müde immer wieder auf die schlecht gefärbten Haare von Lena hinzuweisen und Justine zu sagen, dass sie heute die größte Veränderung erwartet. Begeistert sieht die Gute nicht aus. Natürlich wird auch das Thema Jasmin noch einmal angesprochen und Heidi setzt sich zu Theresia um herauszufinden, warum sie ihre Kollegin nicht hat in ihr Zimmer einziehen lassen. Theresia erzählt ihr, dass sie Angst vor Jasmin hätte, weil diese ihr in Österreich mit den Worten „Ich kill dich“ an den Hals gegangen sei. Ehrlich gesagt kann ich mir das sogar vorstellen. Da Heidi anscheinend nicht nur Model und Moderatorin, sondern auch Hobbypsychologin ist, sollen sich die beiden Mädchen miteinander aussprechen. Jasmin sagt nur, dass Theresia lügt und Theresia steht lächelnd daneben und wartet darauf, wieder auf ihren Platz zurückgehen zu dürfen. Mama Heidi sagt ein paar Dinge und in ihren Augen scheint die Sache geklärt zu sein.

Zurück zum eigentlichen geschehen. Obwohl den Mädchen vorher bereits die Schere angedroht wurde, stellt sich nun heraus, dass die meisten von ihnen dank Extensions eher Haare bekommen, als verlieren. Und los geht der Preisvergleich. Simone erzählt Heidi direkt, dass die Haarverlängerung allein bei 5000 € läge und für die Farbe kämen nochmal 500 € obendrauf. Aha. Hier ist also das Budget vom Fotoshoot der letzten Woche gelandet. Die arme Justine hingegen sieht nur, dass immer mehr ihrer Haare auf den Boden fallen, während sich fast alle anderen über mehr Länge freuen können. Für sie hat sich Heidi einen blonden Pixiecut überlegt. Dann steht die große Enthüllung an. Die Mädchen müssen durch eine ihr altes Ich hindurch, eine Papierwand, um auf der anderen Seite in einen Spiegel schauen zu können. Theresia nimmt allerdings etwas zu viel Anlauf und knallt gegen den Spiegel. Dies sorgt für einen kurzen Lacher in der bis jetzt sonst ziemlich öden Folge. Alle Kandidatinnen sind von ihrem Make-Over mehr oder minder begeistert und selbst Justin kann ein Lächeln zustande bringen. Wieder in der Modelvilla angekommen dürfen die Mädchen ihre Liebsten daheim mit ihren neuen Looks überraschen. Tatjanas Mama hat mir seit der ersten Folge das Herz gestohlen und auch diesmal habe ich eine Träne im Auge, als ich ihre Reaktion auf den neuen Haarschnitt ihrer Tochter sehe. Justines Freund hingegen ist nicht wirklich von der Veränderung überzeugt, aber er wird sich wohl daran gewöhnen müssen.

 Setcardshoot mit Herbert, dem Murmeltier

Bis jetzt bin ich von der fünften Folge sehr enttäuscht. Irgendwie hatte ich mir von dem großen Umstyling mehr erhofft. Mehr Tränen, mehr Gezicke und mehr Geschrei. Aber alle waren halbwegs zufrieden mit ihren neuen Haarschnitten. Am nächsten Tag gibt es mit dem neuen Look direkt einen Setcardshoot. Dort sollen jeweils zwei Fotos entstehen. Einmal ein natürliches ungeschminktes Close-Up und ein zweites Glamour-Foto. Der Kunde soll ja sehen, dass die Mädchen beides können. Jasmin und auch einige andere sind nicht sehr begeistert. Eine der Kandidatinnen sagt etwas wie „Manche brauchen morgens ihren Kaffee und ich brauche eben mein Make-Up“. Generell läuft das Shooting für die meisten Mädchen nicht blendet. Jasmin sieht wie immer auf jedem Bild so aus, als hätte sie keinen Bock, bei Lena will es auch nicht so richtig klappen und Sarah bekommt von Heidi an den Kopf geworfen, dass sie gar nicht wisse, wer sie überhaupt sei. Da flossen dann endlich die lang ersehnten Tränen. Allerdings kann ich mich darüber nicht wie sonst schadenfroh amüsieren. Zwar ist mir Sarah noch aus der letzten Folge sehr unsympathisch, aber solch einen Satz möchte man gerade von einem seiner Vorbilder überhaupt nicht gern hören. Auch der Glamour-Shoot läuft für viele Mädchen schlecht. Lena und Leonella bekommen laut Heidi kein schönes Foto zustande und Jasmin albert wieder nur dumm herum. Zwar bekommen alle Kandidatinnen genaue Anweisungen von Heidi und der Gastjurorin Steffi, aber irgendwie ist heute der Wurm drin. Der heimliche Star der Folge, Herbert. Theresias Kuscheltier, macht die Katastrophe dann aber doch ganz lustig.

Endlich steht der Entscheidungstag an. Diese Folge hat sich wie Kaugummi gezogen. Die Mädchen sollen on elfenhaften Kleidern durch eine Kirche auf die Jury zulaufen. Der Twist: Dort angekommen muss jede Kandidatin ihrem Spiegelbild ein paar nette Worte sagen. #selflove und so. Wie zu erwarten, sorgt dieses Feature für eine ordentliche Portion Cringe und macht die Mädchen in meinen Augen nur unsicherer. Theresia ist als Erste an der Reihe und die verbliebenden Kandidatinnen dürfen im Backstage ihren Worten lauschen. Natürlich fängt Jasmin lauthals an zu lachen, was die anderen als sehr respektlos empfinden. Die Gute ist sich natürlich wie immer keiner Schuld bewusst und verzieht sich schmollend in eine Ecke. Die üblichen Verdächtigen wie Simone und Tatjana kommen natürlich weiter. Auch die Wackelkandidatinnen wie Lena und Sarah sind nächste Woche mit dabei. Für Leonella hingegen ist die Reise hier zu Ende. Während sie sich von ihren Freundinnen die Tränchen trocknen lässt, ist Jasmin an der Reihe und fällt natürlich erstmal hin. Auch bei ihrem Spiegel-Gespräch kann sie sich anscheinend nicht mehr an die Anweisungen des Teams erinnern. Heidi ist ein bisschen genervt und weist sie darauf hin, dass sie viel konzentrierter sein muss. Aber natürlich kommt auch sie zu meinem Leidwesen eine Runde weiter.

Fazit

 Allein die Tatsache, dass mich dieser Beitrag fast drei Tage zum Schreiben gekostet hat, sollte eigentlich alles sagen. Dafür, dass das Umstyling immer so gehypt wird, war ich wirklich maßlos enttäuscht. Auch ein wirkliches Drama gab es nicht. Nur sehr viele Fremdschäm-Momente, wie Theresia, als sie mit Herbert spricht, oder Lena, als sie fast hinfällt auf dem Laufsteg und laut Fuck ruft. Auch die neuen Haarschnitte begeistern mich nicht wirklich. Die meisten haben jetzt eine Wallemähne à la Victoria’s Secret Model. Wirklich herausstechen tun sie damit aber auch nicht. Naja, vielleicht wird die nächste Folge ja besser.

Bis dahin und vergesst nicht: Nur eine kann Germany’s Next Topmodel werden!

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