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Heidi, die Mädchen und ich – Folge drei

von Miriam Woelke
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Am Dienstag konnte ich mich endlich dazu durchringen, die dritte Episode von Germany’s Next Topmodel zu schauen. Folge drei – Sexy Edition. Allein dieser Titel hielt mich bis dahin davon ab, mich in ein neues Österreich-Abenteuer mit den angehenden Models zu stürzen. Was macht man also, wenn man etwas nicht tun möchte? Genau – Prokrastinieren. Ich traf mich mit Freunden, ging am Wochenende zur Arbeit und verbrachte den Rest der letzten Woche mit meinen Katzen im Bett. Trotzdem hatte ich dieses unstillbare Bedürfnis, mich mit jemandem über die ersten zwei Folgen von GNTM zu unterhalten. Allerdings waren mir außer meiner zwei OhBama! Kolleginnen, keine weiteren Topmodel-Gucker bekannt. Also fing ich einfach an jedem, der es nicht hören wollte, von meinem Projekt Heidi zu erzählen. Was dann passierte, macht mich noch heute sprachlos.

Fast jede (weibliche) Person, der ich von meinen Blogartikeln zu dem Thema erzählt habe, wusste ganz genau, wovon ich rede! „Ja, Jasmin ist super nervig! Warte, bist du die dritte Folge siehst!“. Vollends in meinen Grundfesten erschüttert wurde ich dann von meiner Kollegin Lisa. Sie verbringt ihren Sommerurlaub mit ihrem Sohn auf Fahrraddemos oder im Hambacher Forst und macht auch sonst eigentlich nur Dinge, die die Welt verbessern. Als ich ihr also davon erzählte und sie meinte, „Ja cool, dann können wir demnächst ja zusammen gucken“, blieb mir der Mund offen stehen. Anscheinend regt sich jeder, nicht anders als ich, gerne über das Format auf. Aber um sich aufregen zu können, muss man es eben auch wöchentlich schauen.

„Du rasierst ohne Schaum“

 Jetzt geht es aber los mit meinem Rückblick auf die aktuelle Folge GNTM. Da es sich wie gesagt um die Sexy Edition handelt, wird auch direkt sexy gestartet. Ohne viel Vorgeplänkel wird den 25 verbleibenden Mädchen eröffnet, dass sie sich heute einem Unterwäscheshooting auf einer Alm stellen müssen. Mit traditionellen Requisiten wie Käse, Wurst und Kartoffeln. Der Twist: Die Mädels müssen nicht alleine in der Kälte frieren, sondern dürfen sich an den das angesagte Male Model Jorden Barret kuscheln. Bei der Recherche muss ich schlucken, denn der blonde Surferboy ist ein Jahr jünger als ich. Tatjana ist als erste dran und macht ihren Job eigentlich ganz gut. Natürlich erzählt sie den anderen nach ihrem Shooting sofort, welches (Käse)Schnittchen denn draußen wartet.

Das hätte sie besser nicht tun sollen. Plötzlich herrscht große Panik und es geht zu wie im Hühnerschlag. Schließlich packt der liebe Jordan die Mädchen beim Shooting AN! Man möge sich das mal vorstellen. Viele Tränen kullern und Enisa bringt nur „Aber ich hab ein Freund!“ heraus. Ich bin mir sicher, dass Simon Desue für seine Karriere schon weit schlimmeres getan hat, als mit einem Male Model zu posieren. Während alle aufgescheucht herumrennen, wird noch einmal zu Sayana geschwenkt. Sie erzählt, während sie bereits in Unterwäsche vor der Kamera steht, dass ja so ein halb nacktes Shooting in ihrer Religion nicht gerne gesehen wird. Kurz wird traurige Musik eingespielt, aber sie macht es natürlich trotzdem.

Ein anderes mindestens doppelt so schlimmes Problem hat auch Luna. Sie findet, dass ihre Leo-Unterwäsche zu nuttig aussieht. Sie stänkert solange herum, bis sie ein neues Outfit bekommt. Draußen vor der Kamera bekommt Luna dann von Mama Heidi eine Standpauke. Man zieht nun mal an, was der Kunde einem gibt. Es ist fast traurig zu sehen, wie den Mädchen immer noch nicht bewusst ist, dass man als Model meistens nur als hübschere Schaufensterpuppe gesehen wird. Luna shootet gemeinsam mit Jasmin und natürlich ist es ein Desaster. Aber aus mir unerfindlichen Gründen, ist „Joy“ in Heidis Augen immer noch ein Rohdiamant. Achja, sie bleibt fürs Entertainment. Danach geht es zurück ins Luxushotel bzw. in die Berghütte. Luna und Maria rufen aus dem Telefonzimmer ihren Mann bzw. Freund an um von dem anstrengenden Tag zu berichten. Viele Tränen fließen und Lunas Mann spricht ihr mit den Worten „Du rasierst ohne Schaum“ noch einmal Mut zu.

Der Kuhstall ist der neue Grand Palais

 Am nächsten Tag lädt Heidi die Mädchen zu einem Walk-Training in einen Kuhstall ein. Natürlich steht auch hier alles unter dem Motto sexy und somit soll jedes Mädchen ihre verführerischsten Posen auf dem improvisierten Laufsteg zum Besten geben. Nachdem die Hälfte der Mädchen an der Reihe war, fragt sich Heidi, wo denn der Rest ihrer Schützlinge abgeblieben seien. Sie stehen fünf Meter weiter und sonnen sich. Nachdem die Mädchen einmal ordentlich zusammen gepfiffen wurden, stellen sie sich wieder brav in den Kuhstall und hören den weisen Ratschlägen zum Thema sexy Walk zu. Außer Yasmin natürlich. Sie ist einfach nur ein verzogenes Gör und macht, was sie will.

Natürlich gibt es auch hier wieder eine Challenge und die Teams der letzten Woche, Sayana und Tatjana, müssen in einem Walk-Off gegeneinander antreten. Wer am ehesten wie ein Victoria‘s Secret Model läuft, gewinnt. Dieses ganze sexy sein, war nie mein Ding. Ich bin es halt einfach nicht. Aber anscheinend habe ich das Briefing verpasst in dem gesagt wurde, dass an den Haaren fummeln das absolut sexieste ist, was man tun kann. Anders kann ich es mir nämlich nicht erklären, warum fast jede der Mädchen bei ihrem Lauf unbeholfen an den Haaren spielt. Team Sayana wird zum Gewinner auserkoren und gewinnt einen gemütlichen Hüttenabend mit Heidi. Aufgeregt und in ihre schönsten Instagram-Klamotten geworfen, machen sich die Gewinnerinnen auf den Weg zum privaten Dinner mit Mama Klum. Dort angekommen gibt es erstmal Geschenke! Schade, dass Anastasia letzte Woche ausgeschieden ist. Nachdem fleißig Content geknipst wurde, geht es ans Eingemachte. Die Mädchen dürfen Heidi Fragen stellen. Aber die einzige Sache, die wirklich behandelt wird ist, wie sie es denn nur schaffe, Familie und ihr Modelleben unter einen Hut zu bringen. Natürlich ist Heidi eine ganz tolle Mutti und bekommt beide Leben ohne Probleme in den Griff. Auch wenn sie zugibt, dass es manchmal ein bisschen hart ist. Schade, denke ich. Bestimmt durften die Mädchen keine Fragen zu Tom Kaulitz stellen.

Schneeflöckchen, Weißröckchen, wann ist es vorbei?

 Nächster Tag. Es ist wieder soweit. Eine Entscheidung steht an. Fünf Mädchen, so rechnen sich das zumindest die anderen Teilnehmerinnen aus, müssen heute gehen. Die Aufgabe ist einfach: Jede muss einen sexy Walk vor Heidi und der Gast Jurorin Ellen von Unwerth hinlegen. Und das als Schneeflöckchen verkleidet. Aber als das Topmodel bei ihren Mädchen ankommt, ist sie nicht gerade begeistert. „Warum übt ihr denn nicht?“. Sie an ihrer Stelle würde jede freie Minute zum Üben nutzen! In dieser Folge muss Heidi ihren Mädchen überraschend oft Feuer unter den Hintern machen. Also stehen alle Mädels ganz fix auf und feilen in den letzten Minuten noch schnell an ihren sexy Posen. Dafür ist es jetzt eigentlich auch zu spät.

Los geht es mit dem ersten Duo. Direkt bei Maria, hat Ellen etwas auszusetzen. „Die sieht so aus, als ob sie Kopfschmerzen hätte.“, sagt sie zu Heidi und später auch zur Kandidatin selbst. Diese ist verwirrt, schließlich habe sie nur versucht, einen sexy Blick zustanden zu bringen. Ich glaube, ich brauche gar nicht sagen, ob sie ein Foto bekommen hat oder nicht. Wütend stapft sie zurück in die Hütte und meint zu den anderen: „Sowas darf man echt nicht ernst nehmen!“. Weiter geht es mit den üblichen Verdächtigen. Sayana, Tatjana, Simone, Vanessa und Enisa bekommen alle ihr Bild und dürfen – Trommelwirbel– mit nach LA! Dann kommt Theresia an die Reihe. Ich weiß nicht, was ich von ihr halten soll. Einerseits beneide ich sie um ihr Selbstvertrauen, andererseits ist es manchmal auch ein bisschen zu viel. Wie bei diesem sexy Catwalk. Sie dreht sich viel zu oft und streicht sich am Ende komisch mit den Händen über das Gesicht. Auch Heidi sagt: „War ein bisschen busy der Walk“. Trotzdem darf auch sie mit in den Flieger nach Amerika.

Während also draußen die Mädchen mit schlecht gemachten Victoria’s Secret Flügeln über den Laufsteg staksen, gibt es in der Hütte großes Drama. Die Kandidatinnen, die es nicht in die nächste Runde geschafft haben, weinen bitterlich und lassen sich von einer Traube von Mädels umarmen und trösten. Natürlich ist nur Jasmin nicht mit von der Partie. Sie kann die ganze Aufregung nicht verstehen. „Was interessiert mich, ob sie rausfliegt oder nicht?“. Die anderen sind empört und bezeichnen Jasmin als respektlos. Das will sie aber nicht einsehen und sorgt nur weiter für dicke Luft. Wem bis jetzt noch nicht klar war, warum dieses Mädel noch in der Staffel ist, der weiß es spätestens jetzt. Jasmin ist genau die richtige Portion von respektlos und provokant, die die Sendung braucht, um Zickereien und Tränen garantieren zu können. Von daher ist es auch keine Überraschung, dass sie trotz ihres furchtbaren Fotos und des grottigen Catwalks eine Runde weiter ist. Ein Teaser der nächste Folge lässt bereits erahnen, dass diese Entscheidung zu Reibereien führen wird.

Fazit

Diese Folge war dramaturgisch gesehen wirklich eine Achterbahn. Es fing direkt tragisch an mit dem Unterwäscheshooting. Die Tatsache, dass sie Sayanas Glauben wieder als ein Mittel nutzen um bei den ZuschauerInnen auf die Tränendrüse zu drücken, finde ich unterirdisch. Aber die Show soll eben unterhalten. Allerdings verstehe ich nicht, warum sich die Mädels so sehr über das männliche Model aufregen. Leider gilt in unserer Gesellschaft immer noch: Sex sells. Und man schaue sich nur so manche Kampagnen von Tom Ford an. um zu wissen was in der Modelwelt so auf einen wartet. Wieso die Mädchen also nicht unterscheiden können zwischen Job und Privat, ist mir völlig schleierhaft. Wenn sie wirklich in dieser Welt arbeiten wollen, werden ihnen vermutlich noch ganz andere Dinge abverlangt. Außerdem kann ich mir Jasmin langsam nicht mehr anschauen. Wie kann man nur so ein verzogenes und respektloses Gör sein? Ja klar, sie ist erst 18 Jahre alt, aber trotzdem ist einem auch in diesem Alter das Wort Mitgefühl bereits ein Begriff. Aber ich werde wohl bis zur nächsten Folge warten müssen, um zu sehen wie sich Jasmin weiter verhält.

Heute Abend läuft schon die vierte Folge von GNTM. Bis zum nächsten Recap und wie immer: “Nur eine kann Germany’s Next Topmodel werden!”

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