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Girlpower mit Gangster Rap Attitüde

von Fatima Njoya
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Heute gibt es die geballte Ladung #girlpower. Von den Golden Girls bis zu Sex and the City oder The Bolde Type, jede Generation hat ihre eigene Girl-Gang, die durch dick und dünn geht. Girlgroups ausgenommen, bleiben die meisten einander treu und pushen sich durch alle Lebenslagen.


Ein Plädoyer für Girlpower

Meine liebste Girl Gang besteht aus Baba Cannales Rivera, Hanna Stefansson, Sania Claus Demina und Hanna MW. Zusammen aufgewachsen, leben sie mittlerweile quer über den Globus verstreut, was dem gemeinsamen Zusammenhalt jedoch keinen Abbruch tut. Wenn eine der Powerwomen ein neues Projekt startet oder einen Erfolg feiert stehen die anderen immer bereit, um diese Momente gemeinsam zu erleben. Ich bewundere sie dafür, denn das passiert nicht in jeder Freundschaft. Oft trennen sich die Wege nach einem bestimmten Lebensabschnitt oder unüberbrückbare Differenzen, die oftmals auch nur banale Dinge wie Lebenskonzept oder veränderte Umstände betreffen können, sorgen dafür, dass Brücken eingerissen werden. Ich glaube, jeder von uns kennt es und hat es schon einmal erlebt. Das hier soll ein Plädoyer für mehr Girpower und vor allem Girls-Support-Girls werden.

Uns Frauen wird oft Nachgesagt, dass wir sehr konkurrenzfreudig sind. Frauen, die nicht für uns sind, nehmen wir oft als gegen uns wahr. Es passiert allgemein viel hintenrum, während der Guten Schein gewahrt wird. Fake-Friends, die sich gegenseitig benutzen und fallen lassen. Aber warum ist das so?

 

 

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Das Phänomen Frauentoilette

Es gab auch einmal Zeiten, in denen Frauen gemeinsam für ihre Rechte aufgestanden sind, sich über sämtliche Stände hinweg miteinander verbündet haben. Nur weil die Kämpfe nicht mehr so essenziell sind, bedeutet es nicht, sie seien weniger wichtig. Nehmen wir doch mal das Phänomen Frauentoilette. Hier werden Streitigkeiten begraben und alle sind Blutsbrüder. Es ist der vermutlich sicherste Ort, den es gibt. Der #safeplace, wenn beim Zelebrieren die Dinge aus dem Ruder laufen. Hier wird man aufgepäppelt, bekommt Motivationsreden und Erste Hilfe bei Notfällen.

Tampon vergessen? Kein Problem.

Betrunken dem Ex oder Fuckboy schreiben? Kollektives Nein.

Tränen, weil Er dich #leftonread lässt? Alle wollen ihm die Leviten lesen.

Unisono war noch nie so schön, ehrlich und voll mit Pathos, wie in den Momenten, wenn sich die Klotür schließt und du dort mit einer Hand voll wildfremder Frauen stehst. Also, wieso kann nicht jeder Ort so sein, wie die Frauentoilette?

Rap-Kollektiv, das Äquivalent zum Blutsbruder

Maffia, Camora und Wu-Tang Clan. Auch wenn viele der Inhalte wenig frauenfreundlich sind, kommt der Zusammenhalt dieser besonderen Männergruppierungen zumindest an das heran, was der Inbegriff von #supportculture ist. Leben und sterben für die Gang ist die Devise und der Erfolg des einen lässt sich immer darauf zurückführen, dass der Rest immer da war und bestmögliche Unterstützung gegeben hat. Girlpower mit Ganster-Rap Attitüde, wäre mein Learning aus der ganzen Sache. Das Rap- oder Hiphop-Kollektiv scheint das Äquivalent zum Blutsbruder aus Indianerzeiten zu sein. Einmal ein Teil davon verbindet es ein Leben lang. Nicht von ungefähr gibt es den festen Terminus von Brotherhood, Bro, Mandem, Homie uvm. Deskreptive Mittel, die meistens, ausschließlich, aus einem männlichen Blickwinkel abstammen. Für die Bezeichnung von Freunde, die wie Familie sind und für einander durchs Feuer gehen, scheint es kein gleichwertiges, aussagekräftiges, weibliches Pendant zu geben. Natürlich lässt sich Homies neutral lesen und viele Begrifflichkeiten gendern – trotzdem bleibt die testosterongeladene Konnotation ihres Ursprungs, das generische Maskulin.

 

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Eine sprachliche Liebeserklärung

Das sollte uns aber nicht aufhalten und abschrecken. Auch wenn Begrifflichkeiten durch Moving oder Gendern vielleicht erst einmal umständlich klingen, sich komisch anfühlen, ist es am Ende nur Gewohnheit, die sich durch stetiges Wiederholen überschreiben lässt. Wie Kassetten überspielen, nur mit mehr Impact. Es gibt gleichgesinnten Raum, den es vorher nicht gab. Denn die deutsche Sprache tut sich schwer mit Anpassung und Neutralität. Was nicht heißt, dass der Versuch eines Rebrandings oder der Aneignung sofort verworfen werden sollte. Wie alles braucht es Zeit, Übung und vor allem Hingabe.

Wir sollten dafür einstehen Stutenbissigkeit und Zickenterror abzulegen und die fantastische Verbindung von gleichdenkenden sichtbar machen. Für uns selbst und für alle anderen. Als sprachliche Liebeserklärung, in der wir alle einen Platz haben und uns wiederfinden können.

 

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