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afair – dumped in quarantine

von Fatima Njoya
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Montagmorgen. Ich konnte mich um halb 12 doch noch zum Aufstehen und Duschen motivieren. Nach mehrfachem Outfitwechsel habe ich mich sogar in einen einigermaßen appropriate Quarantäne-Fit geschmissen. Der Tag sah irgendwie gar nicht mehr so deprimierend aus, wie noch vor zwei Stunden, als ich eigentlich beschlossen hatte im Bett zu bleiben. Dachte ich noch, als ich anfing mir Frühstück zu machen.

Das Display meines Handys blinkt. Es ist doch immer überraschend, wenn Nachrichten aus dem Nichts kommen, obwohl man damit schon längst abgeschlossen hat. Optimistisch hofft man auf Good News, aber am Ende ist es meistens der Vorbote einer Red Flag, die man zuvor gekonnt übersehen wollte. Freundlich poppt die Vorschau im Home-Screen auf und mir bleibt erstmal die Luft weg.

Eigentlich wünscht man sich ja immer Erklärungen. Ehrlichkeit und mal keine halbseichten Ausreden oder radikales Ghosting.

Aber ab einem gewissen Punk ist für einige Dinge das Haltbarkeitsdatum überschritten und egal was kommt, es verschlimmbessert die ganze Geschichte irgendwie. Genau das ist der Grund, weshalb ich dieses Lebenszeichen nur mittelprächtig gut fand. Dass es bei Dating-Apps nur um die Best Option, Trostpflaster oder Zeitvertreib für bestimmte Lebenslagen geht, wissen wir. Trotzdem ist da diese winzige Möglichkeit auf mehr. Weil man ja nie weiß und irgendwie naiv genug ist, das Ganze nicht asap an den Nagel hängen zu wollen. Denn wir sind Meister des Vielleichts und erzählen Geschichten im Konjunktiv.

#singlelife2020 war auch schon so kein Zuckerschlecken und die Quarantäne mit ihrem #stayhome ist da nicht gerade förderlich. Gematcht ist schnell, aber wie viel Potenzielles ist dann wirklich dabei? Wenig. Zumindest, wenn man davon ausgeht sich mit diesem Stranger zu was auch immer, zu verabreden. Dann kommen auch noch diese unausgesprochenen Regeln dazu, an denen sich hell kows, viel zu viele, lang hangeln.

 

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Ein Beitrag geteilt von Simon Schmidt (@ownwayofinspiration) am

Sei geheimnisvoll. Antworte nicht zu schnell. Lass dir bloß nichts anmerken und sei cool, lustig und abgebrüht.

Die Liste ist lang, genauso wie mein Augenrollen. Wer zur Hölle hat sich das ausgedacht und wieso schreiben wir nicht gleich Bewerbungsbögen und richten Assessmentcenter fürs Dating ein. Alles Bullshit und wenns nach mir gehen würde – überflüssig. Wieso kann es nicht genauso easy sein wie Freunde treffen? Entspannt und unkompliziert. Die Ausgangslage ist ähnlich. Sympathisch oder nicht. Wenn es schon daran scheitert, dann können wir uns den Rest sparen. Oder wie es der Kondo-Transfer so schön beschreibt: Does ist sparks joy?

Vermutlich nicht, wenn aller Anfang irgendwo zwischen „Es ist kompliziert“ und schier unmöglich liegt. Apropos unmöglich: wie lernt man jemanden kennen, wenn das eigentliche Kennenlernen so viel mehr ist als nur ein paar Zeichen in den Screen tippen? Es geht dabei ja auch um Zwischemnenschlichkeiten.

Ich habe jemanden kennengelernt.

Steht da irgendwo zwischen dem Rest der sorgfältig zusammenkonstruierten Bausteine. Mein Zustand irgendwo zwischen unkontrolliertem Lachen, Schockstarre und der Bereitschaft Teller an die Wand zu werfen. Aber wozu das alles? Wenn die Komik, die Tragik übertrifft, ist es situationsbedingt aus vollen Kehlen zu lachen. Schrieb ich irgendwann letzte Woche, als ich mir das Chaos ansah, welches Corona in meinem Leben hinterlassen hatte. Aus voller Kehle lachen. Und alles andere dient weder dem Zweck noch der Sache.

Dumbed in quarantine also und somit ein guter Grund sich um 14:30 Vino auf Eis zu gönnen. Cheers Dating Life, dass mit uns hätte so schön werden können.


afair

Das Akronym afair spielt mit den zwei Begebenheiten, um die es in dieser Kolumne gehen soll. afair steht für die Begegnungen in unserem Leben, das Knistern, die Roller Coaster Momente voller Emotion, die uns das ein oder andere Mal aus großer Höhe auf dem Boden der Tatsachen ankommen lassen. Partynächte, emotional Verwickelungen. Irgendwo zwischen dem Wunsch nach Nähe und der Angst vor zu großer Intimität.
Die Short Text Messenger Abkürzung afair – as far as I remember ist meine Perspektive, meine Empfindung und somit alles andere als rational. Aber es ist meine Wahrheit. Eine, die ich genauso und nicht anders meinen besten Freunden schreiben und erzählen würde: as far as I remember…

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